Buurtzorg, die Revolution in der ambulanten Pflege

Buurtzorg

Was verstehen wir unter Buurtzorg

Nicole: Kalkulation der zu leistenden Pflegezeit zusammen mit dem Patienten und der Pflegekraft. Dadurch kein Zeitdruck, dies motiviert die Pfleger den Patienten gut versorgen zu können. Die Patienten wohnen in einem Viertel - somit kurze Wege. Ein persönlicheres bzw. intimeres Verhältnis zwischen den Akteuren bedingt durch das kleine Team. Mehr Mitspracherecht und Verantwortung für den Einzelnen. Die Pflege wird nach Zeit vergütet nicht mehr nach Einzelleistungen.

Conny: Buurtzorg ist für mich :
Ein Team das sich selbst organisiert, gemeinsam Entscheidungen trifft und sich gegenseitig unterstützt.
Ziel dieses Teams ist die individuelle Selbstständigkeit von Klienten zu fördern und eine unterstützendes Nachbarschaftsumfeld zu schaffen.

Kathrin: Für mich ist Buurtzorg eine Möglichkeit der Pflege in der Zukunft, zufriedenere Kunden und Mitarbeiter, die Arbeit hat wieder mehr Sinn, ein anderes Pflegeverständnis nicht nur satt und sauber, Hierarchiefreies Arbeiten dadurch einen größeren Pool an Stärken

Tobias: Buurtzorg gibt den pflegebedürftigen Menschen und den Pflegefachkräften ihre Selbstständigkeit zurück. Der gesamte Pflegeprozess wird von ihnen gemeinsam gestaltet. Theorie wird endlich in der Praxis angewandt, soll heißen: was Pflegefachkräfte gelernt haben, werden sie auch anwenden können. Vertrauen statt Misstrauen und sinnloser, teurer Kontrollen. Es wird ein Beitrag zur Reduzierung des sogenannten Pflegenotstandes geleistet.

Stefan: Für mich ist Buurtzorg mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Der Pflegebedürftige rückt wieder mehr in den Mittelpunkt. Das Pflegeteam organisiert sich selber und wird nicht von den Vorgesetzten kommandiert. Alle Entscheidungen werden im Team diskutiert und gemeinsam umgesetzt.

Doreen: Buurtzorg ist für mich:
Den Patienten ihre Selbständigkeit zurückzugeben, in dem man individuell die Pflege MIT dem Patienten abstimmen kann->keine Katalogpflege. Und das das Team sich untereinander organisiert und eigenverantwortlich bzgl. der Patienten handeln kann.

Wikipedia (15.11.2018): Buurtzorg ist eine niederländische Organisation zur häuslichen Altenpflege, die wegen ihres neuen Ansatzes, unabhängige Pflegeteams aufzustellen, dabei qualitativ hochwertige Pflege zu leisten und dennoch bei einem niedrigen Kostenlevel zu arbeiten, für internationale Aufmerksamkeit sorgt. Das Motto der Organisation lautet: „Menschlichkeit vor Bürokratie“. Buurtzorg bedeutet „Nachbarschaftsbetreuung“.

Was ist bei Buurtzorg besonders?

Buurtzorg wird bei Google mit Nachbarschaftsbetreuung übersetzt. So nennt sich auch ein niederländisches Modell in der ambulanten Pflege. Im Mittelpunkt steht praktisch die Selbstbestimmung, die des Menschen der Hilfe benötigt und die desjenigen der die Hilfe gibt

Übersetzt in die herkömmliche Pflegesprache: der Pflegebedürftige und die Pflegekräfte organisieren gemeinsam ein möglichst unabhängiges Leben des pflegebedürftigen Menschen.

Im Prinzip steht das doch schon bei uns im Pflegegesetz (§2 SGB XI), praktisch ist das für Pflegedienste nicht wirklich wirtschaftlich. Wirtschaftlich sinnvoll ist die Pflegebedürftigkeit zu verstetigen, um kontinuierlich an diesem Pflegebedürftigen zu verdienen. Wirtschaftlich sinnvoll scheint auch eine Fragmentierung der Pflegeleistungen zu sein. Anspruchsvollere Leistungen werden von Pflegefachkräften erbracht, weniger anspruchsvolle Leistungen von kostengünstigeren Pflegehilfskräften und wenn eine Wunde oder ähnliches zu behandeln ist kommt dann noch die Wundexpertin. Immer mehr Fachleute versuchen die Pflegeprobleme des Pflegebedürftigen zu lösen und der Mensch in seiner Ganzheit gerät aus dem Blick.

Das hat in der Regel zwei Dinge zur Folge: 1. Der pflegebedürftige Mensch fühlt sich nur noch als Objekt, der sich der „Pflegeindustrie“ ausgeliefert hat. 2. Die Pflegekräfte werden frustriert weil der Sinn in ihrer Arbeit abhanden gekommen ist und Leistungen erbracht werden anstatt umfassend zu pflegen..

Was wird bei Buurtzorg anders gemacht? Zuerst wird der Pflege wieder Sinn gegeben. Das Ziel ist den pflegebedürftigen Menschen möglichst unabhängig von professioneller Pflege zu machen, er soll lernen sich selber zu helfen, natürliche Strukturen wie Nachbarschaft, Freundes- und Familienkreis werden aktiviert und der pflegebedürftige Mensch wird wie ein Partner behandelt.

Da diese Art der Pflege nicht hierarchisch von oben nach unten geplant und bestimmt werden kann ändert sich auch bei den Pflegekräften sehr viel. Sie arbeiten in sich selbst organisierenden kleinen Teams ohne Hierarchie. Sie entscheiden mit den pflegebedürftigen Menschen wie die Pflege abläuft, sie brauchen keinen Chef mehr. Was es braucht sind gute Rahmenbedingungen, und die bieten wir.

Ob das funktioniert? In den Niederlanden arbeiten über 10.000 Pflegekräfte in über 950 sich selbst organisierenden Teams, ohne Leitung, ohne Chef aber unheimlich erfolgreich. In Deutschland arbeiten die ersten Buurtzorg-Teams in Hörstel, Lotte und Emsdetten (alle in NRW).

Wer will dabei hier in Deutschland, hier in Leipzig mit machen? Bei Tobias Bosold melden, tbosold@pflege-in-leipzig.de

Buurtzorg (Nachbarschaftspflegedienst) in Leipzig?
Wir starten im progressiven zentrum von Leipzig, in Connewitz

Wir fangen Anfang 2019 mit dem ersten Buurtzorg-Pflegeteam in Leipzig an und ich bin mir sicher das dies funktioniert.

Wir, das ist zuerst das Pflegeteam, aber auch das Support-Team und eine externe Coachin. Ab Januar 2019 wird in der Wolfgang-Heinze-Str. 11 das erste Leipziger Buurtzorg-Team seine Arbeit beginnen. Zuerst wird das Ladengeschäft in ein Kontaktbüro umgewandelt in und von dem aus das Pflegeteam tätig wird.

Ab Februar wird mit der konkreten Arbeit mit den pflegebedürftigen Menschen begonnen. Gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen wird der Pflegeprozess geplant und die Durchführung organisiert. Besonders die Wiederlangung von Selbständigkeit ist bei diesem Pflegemodell wichtig.

Wer will dabei hier in Leipzig noch mit machen? Bei Tobias Bosold oder Robert Wolf melden: tbosold@pflege-in-leipzig.de oder/und rwolf@pflege-in-leipzig.de

Wir tun Gutes und reden darüber

Durch unsere erfolgreiche Arbeit ist es uns möglich, verschiedene Hilfsorganisationen regelmäßig zu unterstützen.

Weltwärts nach Togo und Bolivien

Zwei Länder die sehr unterschiedlich sind, verschiedene Kontinente, verschiedene Sprachen aber z.T. gleiche Probleme wie z.B. Armut und Unterversorgung breiter Bevölkerungsteile.

Zwei junge Frauen, Naomi Bien und Helene Bosold (ja meine Tochter), haben sich für ein freiwilliges soziales Jahr in diesen Ländern entschieden (2017/18). Die eine mit „Don Bosco“, einer internationalen katholischen Hilfsorganisation und die andere mit dem CVJM (YMCA), einer internationalen Jugendorganisation. Beide sind wieder wohlbehalten Zuhause angekommen und unterstützen nun von Deutschland aus weiter ihre Projekte.

Folgen Sie ihnen auf ihren Blog und unterstützen Sie diese Projekte. Ich tue es, auch finanziell.

Kontakt und Infos:

Helene-togo.travel.blog

naomi.in.bolivien@gmail.com

Kathrin Bosold:

Ich unterstütze das Kinderhospiz Bärenherz.
Als Mutter von vier Kindern liegt mir das Kinderhospiz besonders am Herzen. Hier können schwerkranke Kinder behandelt und versorgt werden und trotzdem mit ihren Eltern und Geschwister zusammen sein.
Ich bin sicher, dass unsere regelmäßige Spende etwas dazu beiträgt, dass ein wenig Freude und vielleicht so etwas wie Glück in der traurigen Situation der Familien möglich wird. Dafür setze ich mich gern ein.
Ich kann nur meine Bewunderung für die Arbeit des Hospizpersonals zum Ausdruck bringen.

Tobias Bosold:

Ich unterstütze die Arbeit der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Sie sind oft die Ersten vor Ort, wenn Hilfe nötig ist. Hier wird nicht nach Religion, Weltanschauung oder Herkunft gefragt, hier wird geholfen, ohne Partei zu ergreifen. Doch sie ergreifen Partei, für die Menschlichkeit.
Ich habe bei den Ärzten ohne Grenzen das Gefühl, dass meine Unterstützung da ankommt, wo sie am nötigsten gebraucht wird.

Das ambulante Pflegeteam:

Wir Kollegen vom ambulanten Bereich unterstützen ganz konkret ein Kind in El Salvador, unseren Alfredo. Plan Deutschland hat diese Unterstützung möglich gemacht.
Die Familie von Alfredo bekommt ganz direkt unsere Hilfe. Wir können unserem Patenkind auch kleine Geschenke wie Buntstifte, Spielzeug oder Schulzeug zukommen lassen.
Als Dank bekommen wir dann immer wieder Post von Alfredo.